Wahrnehmung ist der Schlüssel
zur Realität
Magie ist heute leider bereits ³in² geworden, und so läuft man immer wieder in Gefahr an Leute zu geraten, die bloß dem Trend folgen und zu diesem Zweck alle magischen und esoterischen Gruppen abklappern. In einem Partygespräch scheint Ihnen eine Person vielleicht aufgeklärt, weil sie zungenfertig Crowley und Austin Osman Spare erwähnt, die sich aber als Dilettant und ewiger Zweifler in der praktischen Arbeit herausstellt. Dann nämlich werden Sie selbst bloß den zweifelhaften Erfolg haben sie davon zu überzeugen, daß Sie ein schlechter Magier sind, weil Sie nicht im Stande sind die Legionen des Hades in Stereo und Cinemascope aufmarschieren zu lassen. Um dieses Problem zu vermeiden, prüfe man genau mit wem man arbeitet. Im Kreis der praktizierenden Chaosmagier werden solche Personen glücklicherweise meist schnell entlarvt denn:
NICHTS IST WAHR, ALLES IST MÖGLICH!
Hier gibt es folglich keinen richtigen und auch keinen falschen Weg über den man nächtelang diskutiert. Was zählt ist lediglich der Erfolg oder Mißerfolg einer magischen Arbeit, und der ist schnell abzulesen.
Viele der praktizierenden Orden und Zirkel arbeiten nach klassischen Strukturen und vorgegebenen Techniken. Manche arbeiten sehr frei und "modern", doch es zeigt sich immer wieder, daß oftmals die praktische Arbeit zugunsten der organisatorischen Arbeit oder der Vereinsmeierei im Hintergrund bleibt. Außerdem garantieren die Beschäftigung mit und die Ausübung von Magie keineswegs automatisch eine menschliche Weiterentwicklung. Vor nicht allzu langer Zeit schrieb Fra. Erec darüber einen sehr treffenden Artikel in der Zeitschrift Anubis zu dem Thema - Der Weg der Magie und seine Fallen. Betrachtet man den Weg so mancher - Magier - muß man feststellen, daß Zauber, Theurgie und Mantik eigentlich recht gut funktionieren, doch gleichzeitig ist leider kein bemerkenswerter Fortschritt der persönlichen Entfaltung und Selbstverwirklichung zu bemerken. Im Gegenteil- allzu viele Interessierte entpuppen sich für jeden aufmerksamen Beobachter als von Minderwertigkeitskomplexen bestimmte Menschen. Und nun,- statt dem mit den neu erworbenen Fähigkeiten entgegenzuwirken, führen diese Rituale durch, in denen sie sich als mächtige Magier und Herren des Universums fühlen, um ihr Ich ein bißchen aufzublasen - möglichst für viel erotischen Erfolg.
Dies ist kein Buch, das mit erhobenem Zeigefinger vor den Konsequenzen und Gefahren der Magie warnt, das geschieht ja in den klassischen Werken der Magie zur Genüge - doch sei dem Leser bewußt, daß er mit dem Erlernen der hier angeführten Techniken keine Garantie erkauft persönliche Fortschritte zu machen. Magie selbst führt nicht zur Befreiung und Entfaltung, sie muß erst gezielt zu diesem Zweck gebraucht werden. Dies ist sicherlich eine schmerzliche Erfahrung, die jeder auf diesem Weg Schreitende früher oder später selbst erfahren muß.
Wichtig im Umgang mit allem Folgenden ist:
Bewahre eine gesunde Skepsis gegenüber den geltenden Wahrheiten.
Gnosis (Erkenntnis) statt Pistis (Glaube)Der Glaube ist nur eine Technik.
Befreie dich von allen vorherrschenden IdeologienSuche nach Dimensionen hinter dem Sichtbaren
Das Handbuch der Chaos - Magie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ja nicht einmal auf chronologischen Aufbau.
Ich bin der Meinung, daß es wichtig ist Suchenden die Möglichkeit zu geben, eigene Wege der magischen Arbeit zu finden. Dieses Buch versteht sich als Ansporn die eigene Magie zu finden, und an verschiedenen Stellen Anregungen für die persönliche Kreativität zu bieten.
Fra. .717.