4.3 Jahresfeste
Yule (22.Dezember) Todes/Geburtsaspekt Tiefste Dunkelheit
Imbolg (2. Februar) Erstes Licht
Frühlings -Tagundnachtgleiche (21. März) Initiationsaspekt, Balance
Bealtaine (30. April) Walpurgisnacht Licht im Übermaß
Midsummer (22. Juni) Aspekt der Vollendung Höhepunkt des Lichtes
Lugnasadh (31. Juli) Erste Dunkelheit
Herbst- Tagundnachtgleiche (21. September) Beginn der dunklen Jahreszeit
Samhain (31. Oktober) Kelt. Neujahrsfest Niedergang, dunkelste Zeit des Jahres
SAMHAIN
INVOKATION DES POOKA
Die Tage sind vielfältig, an denen man in alter Zeit der Toten und des Todes gedachte: Allerheiligen (1.11), Allerseelen (2.11), Halloween (31.10) und Samhain (kelt. für Ende des Sommers - gall. samon/ ir. samrad), Disarblot (Disenopfer), aber auch St. Hubertus (3.11) und St. Martin (11.11) haben in Brauchtum und Überlieferung alle etwas von der Atmosphäre des Totenfestes.
Die Sonne durchläuft zu dieser Zeit (23.10 - 21.11 ) das Zeichen des Skorpion, das die Astrologie auch traditionellerweise auch als 8. Haus (Haus des Todes) bezeichnet.
Der Herr der Unterwelt, Hüter der Schwelle und Gott der Toten begegnet uns in vielerlei Gestalten. Bei den Germanen ist es Odin, der in den herbstlichen und stürmischen Nebelschwaden einherzieht. Im Mythos ist Odin auch der Fährmann in die Unterwelt, genau wie der griechische Charon. In der Volksüberlieferung ist auch der "Märte" oder "Pelzmärte" bekannt, ein Dämon mit geschwärztem Gesicht. Auch aus anderen Kulturen kennen wir einen Gott der Unterwelt. So denken wir an einen Gott aus der altindischen Mythologie "Yama" oder "Hades" oder "Pluto" aus der antiken Welt ( Interessanter weise ist nach astrologischen Korrespondenzen Pluto dem Skorpion zugeordnet ). Bei den Kelten ist es der Gott Bile, der als König der Toten gilt. In der volkstümlichen Zuordnung der Symbolik ist er auch der TOD, der in Form eines mit einer Sense bewaffneten Skeletts dargestellt wurde.
Wir kennen diese Darstellung aus dem Tarot. In ihr verbirgt sich noch auf äußerst direkte Weise die sinnbildliche Bedeutung des Erntevorgangs: Die Sense oder Sichel als bäuerliches Handwerkzeug im Jahreskreislauf.
Um mit dem Tod und den Toten zu kommunizieren braucht es mehr als spiritistische Sitzungen. Auch wir werden sterben, auch wir haben verstorbene Ahnen. Um das Mysterium des Todes und auch das folgende Ritual zu verstehen ist es unabdinglich notwendig, den Kreislauf des Lebens zu begreifen UND zu erfahren.
Das im Folgenden beschriebene Ritual findet meist zum ersten November, dem keltischen Neujahrsfest (Samhain) statt. Bis zu diesem Zeitpunkt mußten Ernte und Fleischeinlagerung abgeschlossen sein, denn in der Nacht von Samhain reitet der Dämon Pooka , der sein Aussehen verändern kann über die Felder und Wiesen , und zerstört alles, was noch nicht geerntet wurde. Außerdem ist Samhain das Fest der Toten. Das Alte stirbt, das Neue ist noch ungeboren. Zu dieser Zeit sind die Schleier am dünnsten und am leichtesten zu zerreißen. So ist Samhain ein Fest der Versöhnung, Verehrung und Gemeinschaft mit dem Tod und den Toten -
und gleichzeitig ein Fest des Essens, Trinkens und Genießens, als Zeichen der Annahme der Herausforderung des Lebens in Bezug auf die zunehmende Dunkelheit. ( Pooka erscheint unter anderem in der Gestalt eines schwarzen Pferdes, oder einer gesichtslosen Gestalt in schwarzer Robe.)
Ritualaufbau:
Altar mit schwarzem Tuch
Schwarze Kerze
Kelch, Sichel, Dolch
Schwarze Maske
Räucherwerk - Saturn
Ritualablauf:
Gnostische Bannung
Willenssatz: Unser Wille sei, durch die Versöhnung mit dem
Tod neue Lebenskraft zu erlangen.
Einstimmende Musik
Atemmeditation ( Einatmen - Anhalten - Ausatmen - Anhalten/
wobei die Zeiten jeweils gesteigert werden )
Invokation des Dämons Pooka (mit schwarzer Maske und Sichel )
Der invozierende Priester hyperventiliert und spricht:
Pooka - Pooka - Pooka - Pooka
Schwarzes Pferd, schrecklicher Dämon der Schatten Du,
der du über die Felder reitest und alles mit dir reißt -
Gesichtsloser Schatten der Finsternis, Bringer des Todes
unbarmherziger Dämon - kehre zurück in dieser Nacht
- die Zeit ist gekommen um das Ende zu erleben
auf daß vergeht, was vergehen muß -
auf daß stirbt, was sterben muß
verbinde dich mit mir.Pooka - Pooka - Pooka - Pooka
Bringe durch mich zu Ende, was beendet werden muß-
auf daß wir uns wandeln und zu neuem Leben erstarken können,
um das Rad des Lebens in Gang zu halten.
Mein Name ist POOKA!
Versteht mich, nehmt mich an, liebt mich -
ich bin POOKA!
Mit diesen Worten beginnt Pooka im Kreis zu laufen. Er schwingt seine Sichel, löscht die einzige Kerze im Raum und stößt alle Teilnehmer um, die am Boden kauernd, regungslos verharren.
Nach einigen Minuten der totalen Finsternis und Hoffnungslosigkeit beginnt Pooka "Kia" mantrisch zu intonieren. Die Teilnehmer nehmen das Mantra auf und erheben sich sehr langsam, immer lauter intonierend.Währenddessen entzündet Pooka mehrere Kerzen und spricht:
So kehrt die Lebenskraft wieder
und Wachstum folgt auf Zerfall -
Leben folgt dem Tod.Unter ekstatischem Anschwellen der Intonation von "KIA" wird alle Energie auf den am Altar stehenden Kelch projiziert.
Sodann tritt ein Teilnehmer zur Mitte, trinkt einen Schluck Rotwein aus dem Kelch, und reicht ihn weiter.
Hat der letzte Teilnehmer aus dem Kelch getrunken, folgt der Exorzismus des Pooka. Der Invozierende wird so lange bei seinem weltlichen Namen gerufen, bis er reagiert. Ist die Trance sehr tief, empfiehlt es sich, Waschungen mit kaltem Wasser durchzuführen.
(Danksagung und Entlassung)
Gnostische Bannung
Diesem Ritual sollte ein Fest mit kulinarischen Genüssen folgen!