Ritus des 5. Aeons                     

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ZWISCHEN RITUAL UND THEATER, MYSTERIENSPIEL UND WIRKLICHKEIT

Eine Reise durch die Äonen, 
von der Urkraft, der Unschuld und dem magischen Denken 
zu Angst, Verwirrung, Dunkelheit, Verneinung, 
zum logischen, rationalen Denken, 
zum Vergessen und zurück, bzw vorwärts (aufwärts) auf der der DNS, der Spirale des Lebens.

Der Ritus entstand durch die starke Beeinflussung meiner magischen Arbeit durch den Pakt und die Chaosmesse B und Erfahrungen mit Voodoo. Es drängten sich mehr und mehr Korrespondenzen zwischen der Figur des Exu und des Baphomet auf. 1996 startete ich mit einer Gruppe von Magiern den Versuch einer Invokation des Exu/Baphomet. Die sich daraus ergebenden Erfahrungen gaben letztendlich den Anstoß für den Ritus des 5. Aeons.

1) Das Ritual ist eher einem Voodoo Zauber entsprechend als Fest/Feier angelegt und weniger als genau definiertes Ritual. Die Teilnehmer werden durch die 4 Aeonen geführt. Das 5. Aeon beginnt im Ritual und wird dann auf jede erdenkliche Weise zelebriert. Offizielles Ende oder gar Bannung gibt es hier nicht.

2) Im Ritual invozieren Priester und Priesterin die Kraft des Pan/Baphomet, um die Zweigeschlechtigkeit stärker hervorzuheben.
(Denn obwohl Baphomet die Attribute beider Geschlechter trägt, scheint es in Gesprächen mit anderen Teilnehmern doch immer wieder so, als ob der männliche Aspekt des Baphomet für viele im Vordergrund steht).

Aufbau: 

1Priester Nebelmaschine
1Priesterin Körperfarben
1Zeremonienmeister Ketten und Fesseln
mehrere freiwillige Tempeldiener Sakrament
(mindestens jedoch 3) ev. Zweige mit Blättern


Das erste Aeon:
frei von Schuld, voll im magischen Denken. Eine Welt voller Wunder.

Das zweite Aeon:
die endgültige Fleischwerdung, Pan(in), der Schelm der Dinge durchschaut, der Trickster, der selbst steuert, Sexualität, Gefühl, Magie 

Das dritte Aeon: 
Angst, Ablehnung, Verteufelung, Rückzug

Das vierte Aeon: 
Vergessen, Trägheit, Stillstand, Tod

Das fünfte Aeon: 
Der neue Frühling der sich an der DNS, an der Spirale des Lebens aufwärts rankt. Die alten kommen wieder, wieder in neuer Form, die alte Kraft in neuem Gewande, wir treffen sie wieder, eine Stufe höher auf der Leiter der Evolution.

Der Beginn jedes neuen Aeons wird im Ritual vom Zeremonienmeister durch entsprechende einleitende Worte symbolisiert.


Ablauf:

0) Im Idealfall findet ein gnostisches Bannungsritual außerhalb des Tempels statt.

1) Die Teilnehmer leeren weitgehend ihren Geist und betreten einzeln den Tempel. Sie werden 
vom Zeremonienmeister mit den Worten:

„Tu was Du willst, aber tu´s!“ empfangen. 
Darauf anworten sie „Ich tu`s!“ und schreiten weiter in den Raum.

Der Tempel ist spärlich von weißem Licht durchflutet, das den Nebel (Nebelmaschine) noch sonderbarer erscheinen läßt. Sphärische Töne begleiten die Teilnehmer, die sich unschuldig staunend im ersten Aeon wiederfinden. Eine Welt voller Wunder. Für längere Zeit schweben sie gleichsam umher, voll im magischen Denken des ersten Aeons.


2) Leises Trommeln setzt ein

Priester und Priesterin, die bisher unter einem Tuch (oder wahlweise unter einem Berg von Zweigen) versteckt waren, springen hervor. Sie sind Pan, der grüne Mann und die grüne Frau (die beiden sind von Kopf bis Fuß grün bemalt) springen schelmisch tanzend zwischen den Teilnehmern umher. Das Trommeln schwillt an. Priester und Priesterin beginnen einen ekstatisch, erotischen Tanz. Sobald diese Energie auf alle Teilnehmer übergesprungen ist, bricht das Trommeln ab und sakrale Musik erklingt. 
Sie läutet das 3. Aeon ein.


3) Männer mit Kreuzen treten auf, drängen die Teilnehmer von Priester und Priesterin zurück. Sie reden von GUT und BÖSE, RICHTIG und FALSCH und von der Sünde. Sie schreiten den Kreis ab und erheben warnend, später drohend den Zeigefinger. Dabei erklären sie wie schlecht und verabscheuungswürdig die Lust und Ekstase wäre. Sie sprechen über Hölle und Sünde, Tod und Teufel. Sodann weichen die Teilnehmer langsam zurück, sind angsterfüllt und wenden Ihre Angst und Unsicherheit gegen den Priester und die Priesterin in der Mitte. Sie bannen sie. Gleichzeitig werden Priester und Priesterin von den Tempeldienern des 3.Aeons mit den Kreuzen niedergerungen und mit Ketten an den Boden gefesselt.

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PRAXISTIPP: So funktioniert es aber nicht, jedenfalls nicht 1997 zu P. Die Teilnehmer wichen nämlich nur sehr sehr langsam zurück. Es war keine Rede davon, daß sie Priester und Priesterin bannen. Im Gegenteil, manche Teilnehmer konnten kaum zurückgedrängt werden. Es gab Schreiduelle und handgreifliche Auseinandersetzungen. Ein Teilnehmer verbiß sich sogar in einem drohend erhobenen Kreuz. Deshalb empfiehlt sich für künftige Neuauflagen des Rituals die Diener des 3. Aeons mit Gerten, Peitschen, oder Brennesselzweigen auszustatten, um nicht in Gefahr zu laufen, vor der aufgepeitschten Masse aus dem 2. Aeon kapitulieren zu müssen.

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Liegen Priester und Priesterin bewegungslos und gefesselt auf dem Boden, verklingt langsam die Musik. Sie werden vergessen.


4) Das vierte Aeon bricht an. Die Teilnehmer bewegen sich orientierungslos im Raum. Im Unter-
schied zum ersten Aeon gibt es kein Staunen und Entdecken, sondern zunehmende Verwirrung, Stumpfsinn, Trägheit. Es gibt keinen Sinn, kein Ziel, keine Antwort. Die Teilnehmer bewegen sich immer langsamer, bis sie letztendlich erstarren.

Es folgt eine Meditation über Erstarrung und Tod im 4. Aeon

Zur gleichen Zeit meditieren der Priester und die Priesterin über den endlosen Kreislauf von Geburt und Tod sowie über sexuelle Triebkraft als den Motor dieses Kreislaufs, durch den er zusammengehalten wird. Schließlich imaginieren sie das sexuelle Verlangen aller Lebewesen dieses Planeten als in ihrem eignen Leib vereint und zu geballter Kraft gebündelt.


5) Das fünfte Aeon: Der neue Frühling der sich an der DNS, an der Spirale des Lebens aufwärts 
rankt. Die alten kommen wieder, wieder in neuer Form, die alte Kraft in neuem Gewande, wir 
treffen sie wieder, eine Stufe höher auf der Leiter der Evolution. 

Musik setzt ein.

Priester und eine Priesterin beginnen sich am Boden zu winden. Tempeldiener kommen herbei und helfen ihnen sich von ihren Fesseln zu befreien. .

Der Zeremonienmeister spricht währenddessen die barbarische Anrufung:

BARBARISCHE
ANRUFUNG 1
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UDINBAK FIACOPA XEBEMEK

WABTEH KUDEX

WINGEK

INGBEZOTH

XIQUAL HEV

QYOPAL VAWEJ
ÜBERSETZUNG: 
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AUS DEM CHAOS KOMMEND

DEN ÄTHER DURCHDRUNGEN

SCHRECKLICH GEFÜRCHTET IN DER DUNKELHEIT

VERBORGEN, VERGESSEN

ERSCHEINST DU/IHR WIEDER 

ALS ERLEUCHTENDER GOTT.


Spontane Äußerungen von Priesterin und Priester!
(zum Beispiel: Die Priesterin verkündet: So höret nun das 
Geheimnis und wisset, daß ich wiederkomme als Braut des Chaos. )
BARBARISCHE
ANRUFUNG 2
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AXBIM HADKA 

FAKUBA DEGAJOX QUIFOHOC

FACH LOHIXOZ HEV

S´HASAK BER ASHARA

BICOW OXO RINGMA

HUSA DINTHOQUAF 

SEH DICONGWO

CHO CHOYOFAQUE

ONGO CAMVANG
ÜBERSETZUNG
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GROSSE SCHLANGE, 

ELEXIER DES LEBENS, - ERSCHEINE!

WIR RUFEN DICH AN.

LODERE FEUERGLEICH

IN UNSEREN CHAKREN

GIB´ UNS DIE KRAFT

DER HEILIGEN SIGIL

UM DAS GROSSE WERK ZU VOLLBRINGEN

SO SEI ES!

Die Tempeldiener bemalen Teilnehmer mit der Sigil, die dann wiederum weitere Teilnehmer bemalen.

Die Musik hat sich mittlerweile von ruhigen sphärischen Klängen zu wilden extatischen Rythmen entwickelt.

Sind alle Teilnehmer bemalt, steigern sich Musik, Trommeln und Tanz zu einem erotisch-ekstatischen Höhepunkt, an dem Priester und Priesterin das Sakrament weihen.

Das Sakrament wird in einem wilden Tanz herumgereicht. Die Teilnehmer geben sich ihrer Lust und Freude am Leben hin und feiern ein Fest.

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